Bohrlöcher in Plättli: Bei Mietwohnungen grundsätzlich nicht erlaubt

Keramikplatten von Plättliwelten – Plättli-Look Algier

Oftmals weiss man gar nicht, dass etwas vermeintlich Selbstverständliches nicht erlaubt ist und somit gegen ein bestehendes Recht verstösst. Denn gerade bei jeglichen kleineren Montagen im Bad kann für den Mieter eine strafrechtliche Gefahr drohen. Bohrt man nämlich im Badezimmer direkt in ein Plättli, um im Anschluss dort einen Spiegel anzubringen, so kann es bei einem späteren Auszug vom Vermieter zu Schadenersatzforderungen kommen. Und diese können je nach der Menge der zerstörten Plättli schon einmal einen Grossteil der gesamten hinterlegten Mietkaution umfassen. Schliesslich ist es laut eines aktuellen Gerichtsurteils nicht erlaubt, dass der Mieter ohne Einverständnis des Vemieters ein Bohrloch inmitten eines Plättli macht.

Löcher bei Plättli: Nur um die Fugen herum kein Strafvergehen

Bei einem Einzug in eine neue Mietwohnung bringen sehr viele beispielsweise im Bad einen Spiegel, Duschvorhänge und eine Toilettenpapierhalterung an. Dabei wählt man die Bohrlöcher in der Regel so, dass der anzubringende Gegenstand die für einen beste Höhe vorweist. Hierbei muss man dann häufig auch direkt in verschiedene Plättli bohren – und das kann bei einem späteren Auszug teuer werden. Denn durch ein Bohren in ein Plättli entsteht für den Vermieter ein Schaden, für den er ein Recht auf Schadensersatz hat. Und dabei ist absolut egal, ob der Mieter unwissentlich solch einen Schaden verursacht hat. Es zählt nämlich einzig und allein der Sachverhalt, dass der Vermieter auf einem kaputten Plättli sitzen bleibt – und was von Anfang an vom Mieter hätte vermieden werden können. Nach einem aktuellen Urteil des Amtgerichts Berlin-Köpenick hätte der Mieter schliesslich jederzeit zum Anbringen eines Einrichtungsgegenstandes im Bad die Möglichkeit gehabt die Bohrlöcher in die Fugen um die Plättli herum zu machen. Im Gegensatz zu Löchern in Kermikplatten könnten nämlich Fugen-Löcher wieder problemlos verschlossen werden.

Weder darf in Plättli gebohrt werden noch deren Design irreparabel verändert werden

Das Urteil wurde deswegen kürzlich verkündet, weil ein Mieter gegen seinen ehemaligen Vermieter geklagt hatte. Denn er sah sich im Recht, dass die von ihm gebohrten Löcher in die Plättli im Badezimmer nichts Gesetzwidriges darstellten. Prompt wurde er jedoch von den Berliner Richtern eines Besseren belehrt.

Bei Mietwohnungen sollte man aber wissen, dass nicht nur nur Bohrungen in Plättli schadenersatzpflichtig sind. Auch eine Veränderung des Designs ist bei Keramikplatten nicht erlaubt – wenn man bei einem späteren Auszug nicht wieder deren Urzustand herstellen kann. Daher sollte man tunlichst vermeiden in die Jahre gekommene und somit auch verständlicherweise geschmacklich fragwürdige Plättli-Farben und Keramikplatten–Motive mit einem Lack zu überstreichen. Denn ebenso hier hat der Vermieter ein Recht auf Schadensersatz – und der kann je nach Umfang der „Malerarbeiten“ noch problemlos um ein Vielfaches höher sein, als dies bei Bohrlöchern an Plättli der Fall sein kann.

Auf Haus-Heimwerker.de findet man einen tollen Artikel, der aufzeigt, wie man bei Plättli Löcher in den Keramikplatten und den Fugen wieder bestmöglich verschliesst.

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Eine Antwort zu “Bohrlöcher in Plättli: Bei Mietwohnungen grundsätzlich nicht erlaubt”

  1. Antonia sagt:

    Gibt es darüber auch Urteile oder Vorschriften aus dem Scheizer Mietrecht oder Civil Gestzbuch?
    Mein exMieter hat direkt Löcher in 2-3 Kacheln gebohrt und nun gibt es diesen Artikel nicht mehr. Es ist eine Eigentumswohnung gehobener Ausstattung und ich kann sie so nicht ohne Abschlag anbieten.

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