Der Plattenleger – Ein sehr anspruchsvoller Ausbildungsberuf

Fliesenleger bei der Arbeit © Margot Kessler PIXELIO www.pixelio.de

Wer glaubt, dass der Beruf des Plattenlegers ein anspruchsloser Beruf ist, der irrt sich gewaltig. Denn ein Plattenleger muss sowohl große fachspezifische Kenntnisse besitzen als auch ein hohes Mass an handwerklichem Geschick. Darüber hinaus ist vor allem auch wichtig, dass ein Plattenleger ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden besitzt. Schliesslich muss er ja auch stets einschätzen können, wie sich die ästhetische Wirkkraft der verlegten Plättli in Bezug auf das gesamte Haus oder Bauwerk am meisten empfaltet.

Gerade aus diesem vorausgesetzten Können heraus ist es sehr verständlich, dass die Ausbildung zum Plattenleger in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland drei Jahre lang dauert.

Bei dem Ausbildungsberuf des Plattenlegers, der in Österreich Platten- und Fliesenleger und in Deutschland Fliesen-, Platten- und Mosaikleger heisst, gibt es nämlich in den deutschsprachigen Ländern nur geringfügige Unterschiede hinsichtlich den im Berufsbild festgelegten zu erlernenden Kenntnissen und Fähigkeiten. Denn das Aufgabenfeld eines Plattenlegers erstreckt sich gleichermassen jeweils auf die Verschönerung von Boden- und Wandbereichen mittels Keramikplatten oder durch Plättli aus Natur-, Kunst- und Werksteinen oder aber auch mit Mosaiken.

Die Ausbildung zum Plattenleger unterliegt dem dualen Berufsausbildungssystem

In der Schweiz, in Österreich und in Deutschland unterliegen die drei Jahre Berufsausbildung zum Plattenleger, wie bei einem Erlernen eines Berufs in diesen drei Ländern üblich, dem sogenannten dualen Berufsausbildungssystem. Daher müssen die Plattenleger-Lehrlinge ergänzend zu ihrer Ausbildung in einem Betrieb auch in regelmässigen abständen eine Berufsschule (Österreich, Deutschland) bzw. Berufsfachschule (Schweiz) besuchen sowie eine von der Handwerkskammer festgeschriebene überbetriebliche Ausbildungsstätte.

Hierbei erlernen speziell die Lehrlinge in der Berufsschule /Berufsfachschule theoretisches Wissen über Plättli und in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte ergänzend zum Ausbildungsbetrieb weitere wichtige praktische Fertigkeiten zum Verlegen von Plättli.

Ein Plattenleger lernt vielfältige handwerkliche Fertigkeiten 

Die wichtigen grundlegenden praktischen Fachfähigkeiten, die ein Plattenleger in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland während seiner 3-jährigen Ausbildung erlernt, sind hierbei Folgende:

  • Das Verstehen und Anfertigen von Entwurfsskizzen, Werkzeichnungen, Verlegekonzeptionen und Detailskizzen
  • Die Prüfung, Ausgleichung und Ausführung verschiedener Verlegeunterkonstruktionen für Plättli oder andere Materialien
  • Das Anrühren von Mörtel und das Anbringen von Dünnbrettmörtel, Kitt oder unterschiedlichen Klebern für Plättli oder anderweitige Beläge
  • Die Abmessung, die Teilung sowie das Schleifen und Bohren von Plättli und anderer Platten
  • Das Ansetzen, das Verlegen, das Versetzen von Plättli, Steinen und Mosaiken an Böden, Wänden sowie Treppen und auch das Verankern von Platten
  • Das Ausfugen von Plättli und anderweitiger Materialien sowie das Anlegen und Verfüllen von sowohl Trenn- als auch Dehnungs-Fugen

Da der Beruf des Plattenlegers zur Berufsgruppe „Bau- und Ausbaugewerbe“ gehört, werden während der dualen Ausbildung ebenfalls grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten des Bau- und Ausbauberufsbildes vermittelt. Daher ist der Beruf des Plattenlegers ein Ausbildungsberuf, in dem man enorme handwerkliche Fähigkeiten erlernt – und dieses grosse handwerkliche Können trägt dann schliesslich ganz wesentlich zur Verschönerung eines Hauses oder Bauwerkes mittels Plättli bei.

Im Fliesen-Arnupap-Blog gibt ein sehr langjährig tätiger Fliesenleger überaus interessante Einblicke in seinen Beruf.

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