Falsch verlegte Plättli: In Schwimmbädern keine Seltenheit

Plättli in einem Schwimmbad © Siegfried Fries PIXELIO www.pixelio.de

Dass sanierte Schwimmbäder nach der Beendigung der umfangreichen Erneuerungsmassnahmen nicht immer besser als zuvor sind, offenbart sich recht oft an deren dort verlegten Plättli. Denn es kommt schon in Schwimmbädern recht häufig vor, dass während der Sanierungsarbeiten die alten Plättli durch falsche neue Keramikplatten ersetzt werden. In zwei Hallenbädern in Deutschland beispielsweise, in denen noch nicht lange zurückliegend Sanierungen vorgenommen wurden, mussten beide Schwimmbäder gleich kurz nach der Wiedereröffnung erneut geschlossen werden. Im Hallenbad Süd in Kassel und im Lehrschwimmbecken der Käthe-Kollwitz-Schule in Marl wurden nämlich jeweils falsche Plättli verlegt – wodurch eine erhöhte und somit gefährliche Rutschgefahr für die Schwimmbadbenutzer entstand.

Komplett falsch verlegte Plättli um die Schwimmbecken im Hallenbad Süd in Kassel

Als kurz vor Weihnachten 2010 das Hallenbad Süd im hessischen Kassel wiedereröffnet wurde, nachdem es für 7 Millionen Euro eine grossangelegte und eineinhalb Jahre lange dauernde Sanierung erfahren hatte, dachte man wieder ein absolut intaktes Hallenbad in Betrieb zu nehmen. Dieser Glaube eines rundum neuen und somit rundum verbesserten Hallenbades verflog jedoch schnell, da der neue Bodenbelag aus Plättli um die beiden Schwimmbecken herum sehr rutschig war. Daher war den Schwimmbadbetreiben, den Städtischen Werken, schnell klar, dass ganz offensichtlich falsche Keramikplatten verlegt wurden – und das über 500 Quadratmeter. Aus diesem Grund wurden daraufhin über 150 m an rutschfesten Kunststoffmatten, die mehrere Tausend Euro kosteten, als Zwischenlösung dort verlegt – da gleich nach der Wiederöffnung einige Badegäste auf den glitschigen Plättli am Becken ausgerutscht waren. Nach einer eingehenden Prüfung der verlegten Plättli um die beiden Schwimmbecken herum wurde schliesslich festgestellt, dass die 27.000 Euro teuren Plättli doch noch im Nachhinein rutschfest gemacht werden können. Dadurch entfiel zwar eine Kompletterneuerung der erst neu verlegten Keramikplatten, das Hallenbad musste aber kurze Zeit darauf trotzdem wiederum geschlossen werden. Nachdem schliesslich sämtliche Plättli von einer Spezialfirma eine Behandlung mit Flusssäure erfahren hatten und hierdurch angeraut wurden, entsprachen endlich die Keramikplatten der von den Schwimmbadbetreibern von Anfang an gewünschten Rutschfestigkeitsklasse B – und das Hallenbad konnte daher Ende Januar 2011 wieder eröffnet werden. Da ein Fachbetrieb für Plättli aus Deutschland die falschen Keramikplatten im Hallenbad verlegt hatte, musste dieser während der in den Sommerferien 2011 vorgesehenen Revisionszeit dafür sorgen, dass deren Oberflächen letztlich absolut den vertragsgerechten Zustand erhielten – und sämtliche hierbei entstandenen Kosten übernehmen.

Ebenfalls ein Plättli-Pfusch: Im Umkleidebereich des Lehrschwimmbeckens der Käthe-Kollwitz-Schule in Marl

Ein ähnlicher Pfusch bei neu verlegten Plättli wurde im Oktober 2011 gleich nach der Eröffnung des Lehrschwimmbeckens in der Käthe-Kollwitz-Schule im nordrhein-westfälischen Marl entdeckt. Obgleich dort nämlich das Hallenbad über 1 Jahr saniert wurde und hierfür insgesamt eine Millionen Euro ausgegeben wurden, bestand sofort nach der Eröffnung eine akute Rutschgefahr im Bereich der Umkleidekabinen aufgrund falsch verlegter Keramikplatten – weswegen das Bad sofort wieder schliessen musste. Da aber dort offenbar gänzlich die falschen Plättli verlegt wurden, wurde die Verlegefirma umgehend aufgefordert – innerhalb von 3 Wochen die neuen rutschigen Plättli durch neue rutschfeste Keramikplatten zu ersetzen.

Im Immobilien-Go-Blog findet man einen informativen Artikel, wie Plättli im Bad oder Schwimmbad länger dauerhaft schön bleiben.

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2 Antworten zu “Falsch verlegte Plättli: In Schwimmbädern keine Seltenheit”

  1. […] liegt es nahe, dass sich die Plättli-Verlegefirma-Firma bestimmt am meisten über den Pfusch im Schwimmbadbecken […]

  2. […] vorderen Teil des Bahnhofs vom TÜV ordnungsgemäß geprüft und abgenommen wurden. Im höchsten Grade unverständlich ist das für Frau Meier, da sie nicht die einzige Per… Andere Menschen passierte Ähnliches und Beschwerten sich deshalb genauso wie Frau Meier […]

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