Klassifizierungen von Plättli – Je nach Gebrauchseigenschaft

Bemalte Plättli © Rike PIXELIO www.pixelio.de

Da Plättli je nach Einsatzort eine unterschiedliche Beanspruchung erfahren, ist es überaus sinnvoll die Keramikplatten jeweils auf den Verwendungszweck hin genau abzustimmen. Denn nur dadurch ist absolut gewährleistet, dass die Plättli auch eine möglichst grosse Widerstandsfähigkeit vorweisen. Aus diesem Grund werden Plättli in verschiedene Klassen und Gruppen unterteilt – damit man für sich um einiges leichter die richtigen Keramikplatten auswählen kann. Hauptsächlich werden Plättli hinsichtlich ihres Wasseraufnahmevermögens, ihrer Frostbeständigkeit, Abriebfestigkeit und ihrer Rutschsicherheit klassifiziert. Nach einer jeweiligen speziellen europäischen Norm werden die Keramikplatten bezüglich ihrer Eigenschaft dann den entsprechenden Klassen oder Gruppen zugeordnet, die in ganz Europa als standardisierte Gütewerte gelten.

Die Klassifizierung der Plättli nach Wasseraufnahmefähigkeit und Frostbeständigkeit

Plättli werden normalerweise in 1. und 2. Wahl unterteilt. Die Kriterien, die hier relevant sind, betreffen die qualitativen und optischen Erwartungen an ihre Oberfläche, Glasur und Maßhaltigkeit sowie ihre Wasseraufnahmefähigkeit. Wenn Keramikplatten grobe Fehler vorweisen, dann werden diese auch als 3. Wahl feilgeboten oder letztlich als Ausschuss weggeworfen.

Die Wasseraufnahmefähigkeit von Plättli (und Platten) erfolgt nach der europäische Norm DIN EN ISO 14411, welche in fünf verschiedene Gruppen unterteilt ist.

  • Ia: bis höchstens 0,5 Prozent Wasseraufnahmefähigkeit
  • Ib: bis höchstens 3 Prozent Wasseraufnahmefähigkeit
  • IIa: von 3 bis 6 Prozent Wasseraufnahmefähigkeit
  • IIb: von 6 bis 10 Prozent Wasseraufnahmefähigkeit
  • III: über 10 Prozent an Wasseraufnahmefähigkeit

Hiervon leitet sich auch die Frostbeständigkeit von Plättli (und Platten) ab. Denn nur Keramikplatten, die zu den Gruppen Ia und Ib gehören, sind auch wirklich frostresistent und somit auch für jegliche Aussenbereiche geeignet. Daher müssen auch unbedingt Plättli, die man auf überdachten Terrassen oder Balkonen anbringen will, diesen Gruppen entsprechen. Da solche Aussenbereiche ebenfalls nicht gänzlich vor Niederschlägen sicher sind, sind diese auch nicht völlig frostgeschützt.

Die Einteilung der Keramikplatten nach Abriebfestigkeit und Rutschsicherheit

Die Abriebfestigkeit orientiert sich an der europäischen Norm DIN EN ISO 10545-7, welche sechs unterschiedliche Klassen beinhaltet und den Anwendungsbereich angibt. Dieser liegt jeweils ein künstlicher Abrieb zugrunde, der mittels Wasser und bestimmten Schleifmitteln erzeugt wird. Der hierbei erhaltene Wert gibt dann schliesslich an, ab welcher Anzahl von Umdrehungen sich sichtbare werdende Veränderungen an den Plättli (oder Platten) ergeben, und ist ebenfalls letztlich relevant für die Keramikplatten-Klassifizierung.

  • 0: 100 Umdrehungen, kein wirklicher Anwendungsbereich da normalerweise bloss ein theoretischer Wert
  • 1: 150 Umdrehungen, bloss als Wandmaterial geeignet
  • 2: 600 Umdrehungen, bloss als Wandmaterial geeignet
  • 3: 750/1.500 Umdrehungen, für wenig beanspruchte Bodenplatten (wie barfuss gehen im Bad)
  • 4: 2.100/6.000/12.000 Umdrehungen für stark beanspruchte Bodenplatten (wie in Hauseingängen)
  • 5: mehr als 12.000 Umdrehungen für äusserst stark beanspruchte Bodenplatten (wie in Garagen)

Für die Rutschsicherheit bei Plättli (oder Platten) wird die Norm DIN 51130 herangezogen. Die Klassifizierung erfolgt hier in 5 Gruppen in der der sogenannte R-Wert angegeben ist. Umso höher hierbei der R-Wert (von R9 bis R13 gehend) desto rutschhemmender sind die Plättli – aber auch desto schlechter reinigungsfähig ist deren Belag.

  • R9: der Haftreibwert ist minimal, einen Neigungswinkel von 6 bis 10° vorweisend
  • R10: erhöhter Haftreibwert, einen Neigungswinkel von 10 bis 19° vorweisend
  • R11: um ein weiteres erhöhter Haftreibwert, einen Neigungswinkel von 19 bis 27° vorweisend
  • R12: einen großen Haftreibwert vorweisend, einen Neigungswinkel von 27 bis 35° vorweisend
  • R13: einen sehr großen Haftreibwert vorweisend, einen Neigungswinkel von über 35° vorweisend

Wenn man bei dem geplanten Einsatzort immer darauf achtet, dass die Plättli hierfür auch bezüglich ihres Verendungszwecks genau die richtigen sind, dann ist vor allem eines definitiv gewährleistet – eine denkbar große Langlebigkeit der Keramikplatten.

Im Fussbodenbeläge Blog findet man einen sehr guten Artikel über die Eigenschaften von Plättli und deren Einsatzbereiche.

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Eine Antwort zu “Klassifizierungen von Plättli – Je nach Gebrauchseigenschaft”

  1. […] Statistisch gesehen sind Unfälle, die durch ein Stolpern, ein Rutschen oder durch ein Sturz passieren, immens häufig vorkommend. Denn die Gefahr eines solchen Unfalls liegt bei über 40 Prozent – und ist somit aufgrund der hohen Zahl allgegenwärtig. Stürze passieren hierbei aber in den seltensten Fällen per Zufall, sondern diese haben in der Regel eine bestimmte Ursache. Eine oftmalige Sturzursache stellt nämlich gerade die Beschaffenheit des Fussbodens dar. Der Grund hierfür ist: Häufig weist der Fussboden eine unzureichende Rutschhemmung auf. Achtet man im öffentlichen Bereich oder am Arbeitsplatz daher vielmehr darauf, dass ein Boden mit einer Rutschhemmung verlegt wird, die genau auf den jeweiligen Ort hin abgestimmt ist, so wird eine mögliche Sturzgefahr entschieden minimiert. Besonders gut lässt sich solch eine Gefahrenreduzierung mit Plättli realisieren. […]

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