Sickerwasser unter Plättli – Ein weit verbreiteter Irrglaube

Keramikplatten von Plättliwelten - Plättli-Look Belo Horizonte

Keramikplatten von Plättliwelten – Plättli-Look Belo Horizonte

Bis heute glaubt man vielfach, dass bei Abläufen im Plättli-Boden eine sogenannte Sekundärentwässerung notwendig ist. In Deutschland gibt es hierzu sogar extra noch eine Norm, in der bei zusätzlich vorhandenen Abdichtungsebenen eine derartige Entwässerung vorgeschrieben ist. Aber vor allem die Notwendigkeit einer Sekundärentwässerung im Badezimmer wird schon lange als absolut überflüssig angesehen. Denn inzwischen hat sich beim Verlegen und Abdichten von Bodenplatten vieles gegenüber früher verändert. So wurde in früheren Zeiten immer Estrich im Bad mit einer Bitumenschicht abgedichtet. Heutzutage macht man dies aber stets mit einem Rinnenkörper, der fugenlos geschlossen ist. Dadurch wird eine extreme Dichtigkeit bei den Bodenplatten erzielt – weswegen im Badezimmer eine Sekundärentwässerung mehr als unnötig ist.

Plättli im Badezimmer mit Sekundärentwässerung verlegen – ist längst veraltet

Selbst unter Plattenlegern besteht heutzutage noch Uneinigkeit, was geschieht, wenn generell im Bad Wasser unter den Plättli-Boden sickert. Fraglich ist vielfach hier, ob ein Wasserablauf tatsächlich über eine offene Quer-Fuge, die sich im oberen Duschrinnenbereich befindet, abtransportiert werden soll. Hier besteht bis heute oftmals der Irrglaube einer notwendigen Sekundärentwässerung beziehungsweise Sickerwasserentwässerung. Bei alten Bodenaufbaus war dies aufgrund des mit einer Bitumenschicht abgedichteten Estrichs damals sicherlich die beste Lösung gewesen. Mittlerweile hat sich aber ein moderneres Verfahren durchgesetzt, bei dem etwaiges Sickerwasser im Bad dem Plättli-Boden absolut nichts anhaben kann – im Gegensatz zur Sekundärentwässerung.

Hierzu müssen die Plättli vorschriftsmässig abgedichtet werden. Im Anschluss ist es erforderlich, dass die Bodenplatten im Dünnbrettverfahren verlegt werden, wobei speziell für den stark mit Nässe ausgesetzten Bereich eine Standardfuge zum Einsatz kommen sollte. Die zwischen den Keramikplatten und dem Rinnenkörper vorhandene Fuge sollte hierbei mit Silikon geschlossen werden. Auf diese Weise kann überhaupt kein Sickerwasser in den Plättli-Boden gelangen. Ebenso bei Fugen, die einen Riss aufweisen oder kaputt sind, ist aufgrund des besonderen Fugenmaterials ein starker Wassereintritt ausgeschlossen.

Moderne Plättli-Fugen und Verbundabdichtung – löst jegliches Sickerwasserproblem

Anders sieht das bei der Sekundärentwässerung aus. Gefährlich für die verlegten Bodenplatten kann es hier nämlich werden, wenn sich in den Rinnen der Sekundärentwässerung Wasser staut. Denn dann gelangt es in den Plättli-Bereich – und es kommt zum sogenannte Kapillareffekt. Schmutziges Wasser, das normalerweise aus Haaren, Hautschuppen und Seife besteht, wird dadurch direkt unter die Keramikplatten transportiert. Auf kurz oder lang führen die Nässe und die Verunreinigungen, die sich unter den Bodenplatten kontinuierlich ansammeln, zu einem unangenehmen Geruch und insgesamt zu einer Verringerung der Hygiene. Daher sollte man beim Einbauen einer Duschrinne in seinem Bad immer zwei Aspekte beherzigen: einerseits, dass eine hervorragende Abdichtung unter dem Plättli-Kleber gemacht wird und andererseits, dass im Rinnenbereich jegliche Hohlräume und Öffnungen immer geschlossen werden.

Nichtsdestotrotz hat auch weiterhin eine Sekundärentwässerung bei Plättli eine Daseinsberechtigung, aber nur im Aussenbereich. Hierdurch wird beispielsweise bei Terrassen verhindert, dass während der Winterzeit Frostschäden entstehen. Durch das Ableiten von Wasser wird nämlich eine Eisbildung unter den Bodenplatten vermieden – und somit ein Zerbrechen der Plättli.

Auf dem FliesenFieber-Blog findet man einen sehr informativen Artikel über verschiedene Ursachen, warum sich Plättli vom Untergrund lösen können.

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