Strapazierfähige Plättlifugen

Jeden Tag flimmern unzählige Werbungen über den Fernsehbildschirm und versprechen streifenfreien Glanz im Badezimmer. Animiert von der einfachen Pflege ist der Griff vor dem Ladenregal rasch gemacht, schliesslich möchte man sich ja was Gutes tun. Schon erstaunlich, einfach draufsprühen – einen Moment zuwarten und mit der Duschebrause gründlich runterspülen. Der Kalk ist weg… jedoch währt die Zufriedenheit nicht allzulange. Nach kurzer Zeit herrscht gähnende Leere in der Fuge und eine plausible Erklärung fehlt.

Schadensbild nach intensivem Gebrauch von Haushaltsreinigern.

Eine zementäre Plättlifuge besteht hauptsächlich aus Zement welche ihr die Festigkeit gibt und aus feinen Sandkörnchen die das Gerippe bilden. Hinzu kommen weitere Zuschlagstoffe welche Eigenschaften wie dichtere Fugen, bessere Haftung an der Plättlikante oder gleichmässigeres Austrocknen herbeizaubern.

Problematisch wird es nun wenn Entkalkungsmittel auf der Plättlifuge eingesetzt wird. Zement basiert auf Kalk und wird mit jedem Auftragen in der Struktur zerstört. Beim nächsten Duschen werden dann die schützenden Sandkörnchen weggespritzt wodurch das Entkalkungsmittel beim nächsten Auftragen wiederum seinen Dienst – auf und ausserhalb der Fuge –
verrichten kann. Ungewollt wird mit jeder Reinigung ein Stück der Fuge zerstört. Je tiefer die Fuge wird um so mehr Kalkverschmutzung bleibt hängen, ein Teufelskreis.

Meine Empfehlung lautet daher im Dauernassbereich die Fugen von Beginn weg auf Epoxydharzbasis ausfugen zu lassen. Die Mehrkosten sind mit Fr. 150 bis 200.- pro Duschecke tragbar. Damit wird derjenige Bereich mit dem grössten Kalkanfall wirkungsvoll geschützt und selbst Schimmelpilz gehört aufgrund der dichten Fugenstruktur für immer der Vergangenheit an.

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5 Antworten zu “Strapazierfähige Plättlifugen”

  1. Dieter sagt:

    Hallo Tom,

    bieten diffusionsoffene Fugen nicht unter Umständen auch Vorteile für die darunterliegende Materialien? Kann so Feuchtigkeit von hinterliegenden Ebenen verdunsten?

    Vielen Dank für die Informationen.

    • Tom sagt:

      Hallo Dieter

      Diffusionsoffene Fugen bringen durchaus erwähnten Vorteil. Jedoch geht gerade im Duschbereich auch Feuchtigkeit nach hinten… und dies gefällt nicht allen Materialien. Daher spricht nicht’s gegen Epoxydfugen.

  2. milena sagt:

    Wir überlegen uns, Mosaikplättchen in der Dusche zu verlegen. Wir haben eher kalkhaltiges Wasser, das Bad kann mit einem Fenster gelüftet werden.
    Wer hat solche kleinen Plättchen? Was sind eure Erfahrungen mit den Fugen? Lassen sich solche Duschen gut putzen?

  3. Gasser Silke sagt:

    salü Tom, in meiner letzten Mietwohnung hatte ich das Problem, dass sich die Fugen in der Dusche begannen aufzulösen. Nun ist unser Wasser extrem kalkig und ich kann mich für verkalkte Wände und Armaturen oder für Essigreiniger entscheiden. Hätte die Bauleitung mit dem Wissen um das harte Wasser nicht von vornherein die Fugen mit Epoxyd füllen müssen? Bei Zementfugen ist der Schaden so ja vorprogramiert. Ich habe nun die grössten Probleme mit dem Vermieter, da Wasserschäden. Noch eine zweite Frage, wie kann ich herausfinden was für Fugenmaterial in meiner neuen Wohnung verwendet wurde um solche Schäden zu vermeiden (Handwerker undbekannt)?

    • Tom sagt:

      Hallo Silke, leider ist es praktisch nicht zu erkennen welche Art Fugenmaterial verwendet wurde.

      Auf dem Markt gibt es verschiedenartige zementäre Fugenmaterialien, je hochwertiger desto schwieriger für den Plattenleger zum verarbeiten. Hier treffen dann verschiedene Interessen aufeinander zumal das „verbesserte“ Material etwas teurer ist.

      Eine pflegeleichtere und trotzdem beständige Fuge ist heute in der Forschung der Bauchemieanbieter ein grossses Thema. Mischformen wir Hybridfugen (Ardex EG8) oder Selbstreinigung durch ständige Wasserbenetzung (unterspühlen des Schmutzes, PCI) wurden kürzlich auf den Markt gebracht.

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